Wie du durch Lachen glücklich wirst

Lachyoga im Test


© Marina Lohrbach

Im Park steht eine Gruppe von Frauen. Sie scheinen gut gelaunt, denn alle lachen laut. Eine Frau erzählt immer wieder etwas und schon folgt wieder Gelächter. „Hahaha, hihihi.“ Plötzlich setzt sich die Gruppe in Bewegung, alle laufen im Kreis, klatschen und rufen dabei: „Ho-ho, ha-ha-ha.“


Lachyoga im Selbsttest
Ich bin Teil dieser lachenden Gruppe. Es ist meine erste Stunde im Lachyoga. Wir lachen nicht, weil es so witzig ist, was die Kursleiterin erzählt, sondern wir lachen, weil wir es wollen. Es fühlt sich zunächst ein wenig seltsam an, immer wieder laut zu lachen. Aber glücklicherweise ist Lachen ansteckend und Blickkontakt Teil des Kurses. Dadurch, dass wir uns gegenseitig in die Augen schauen, ist irgendwann nicht mehr klar, ob wir so tun, als ob wir lachen oder ob wir darüber lachen, dass wir alle lachen, also wirklich lachen.

Immer wieder bleiben Leute stehen und schauen interessiert und etwas überrascht zu uns herüber. Ein Kleinkind kommt angelaufen, bleibt aber mit sicherem Abstand ein wenig abseits stehen. So viele lachende Erwachsene hat es wohl noch nicht gesehen. Kein Wunder, angeblich lachen Erwachsene durchschnittlich nur noch 15 Mal am Tag, während das Lachen bei Kindern etwa 400 Mal an der Tagesordnung ist.

Warum Lachyoga?
Etwas mehr Lachen kann also nicht schaden. Im Gegenteil. Lachforscher – ja, die gibt es wirklich! – haben herausgefunden, dass Lachen sehr gesund ist und das Wohlbefinden steigert. Durch das Zusammenziehen des Zwerchfells werden Entzündungshemmer freigesetzt, Stresshormone abgebaut und sogar das Immunsystem gestärkt. Die Atmung wird intensiviert, das Gehirn erhält mehr Sauerstoff, Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel werden angekurbelt. Das klingt wie eine großartige Therapie. – Ist das nicht zum Lachen? „Hahaha, hihihi!“

Doch warum lachen wir nicht einfach mehr? Wahrscheinlich sind wir im Laufe der Zeit anspruchsvoller geworden in den Dingen, die uns zum Lachen bringen. Für mich fühlt es sich zunächst etwas albern an, einfach so zu lachen. Ohne Grund. Nur weil alle lachen.

Eine Stunde lachen
Doch die Einführung, die ich kurz vor Beginn der Stunde erhielt, war deutlich: „Wir tun so, als ob wir lachen. So nutzen wir die positiven Effekte des Lachens auf den Körper. Nach etwa 15 Minuten glaubt der Körper, dass wirklich gerade etwas lustig ist und schaltet auf Lachen um.“ Diese Ansage war klar und hilfreich. Ich musste also nicht so tun, als ob ich etwas lustig fände, ich musste einfach nur so tun, als ob ich lache. „Hahaha, hihihi.“

Die Kursleiterin erzählt eine Geschichte. Keine lustige Geschichte, aber eine Geschichte, die vom künstlichen Lachen ablenkt. Es geht um eine kleine Fee. Wir lachen also das Feen-Lachen, das Fliege-Lachen, das Nies-Lachen usw. Zwischendurch folgen auf die verschiedenen Lach-Formen immer wieder Dehnungs-, Klatsch- und Atemübungen. Das entspannt Gesichtsmuskulatur und Zwerchfell, die bei mir offensichtlich beide nicht mehr an langes Lachen gewöhnt sind.

Am Ende der Stunde spielen wir. Inzwischen haben wir uns alle „warmgelacht“. Der Zustand der kindlichen Verspieltheit ist beim Lachyoga das Ziel. Und das klappt bestens: Alle sind mit Energie bei der Sache, als wir uns gegenseitig einen Ball und Begriffe, zusammengesetzte Wörter und Geräusche zuwerfen. Es ist fast schade, als die Stunde schließlich vorbei ist.

Wie fühle ich mich?
Das gemeinsame Lachen lässt schnell eine gelöste, lockere Stimmung entstehen. Auch wenn ich vorher keinen der Teilnehmer kannte, fühlt sich die Gruppe schnell vertraut an. Der intensive Blickkontakt lässt auch ohne persönliche Gespräche eine Verbindung entstehen und lachend wirken alle sehr sympathisch. Es entsteht ein Raum für kleine Albernheiten – denn das Lachen ist ja schließlich das Ziel. Und das muss ja keine ernste Angelegenheit sein.

Nach der Stunde fühle ich mich, als hätte ich wirklich gelacht. Die Wangen tun mir weh und auch mein Bauch freut sich über Entspannung. Es fühlt sich irgendwie komisch an, dass ich mit Leuten, die ich nicht kannte über Dinge gelacht habe, die eigentlich nicht lustig waren. Aber so viel gelacht habe ich schon länger nicht mehr, und das fühlt sich gut an. „Hahaha, hihihi.“

Mein Fazit
Als ich einige Tage später einen wirklich lustigen Abend mit Freunden verbringe, fühle ich mich an das Lachyoga erinnert. Hier lache ich „wirklich“ und es fühlt sich authentischer an, irgendwie besser. Aber warum sollte ich das Glücksgefühl, das durch das Lachen entsteht, dem Zufall überlassen und auf die besonderen Tage beschränken? Ich werde beim nächsten Lachyoga auf jeden Fall wieder dabei sein.

Zum Schluss noch ein Zitat von Madan Kataria, dem indischen Yogalehrer, der Lachyoga bekannt gemacht hat:
„Wir lachen nicht, weil wir glücklich sind – wir sind glücklich, weil wir lachen!“









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