Sammle die besonderen Momente

Marina Friess

© Marina Friess (beim Feminess Kongress in München)

Vom Wunsch zur Tat: Der erfüllte Traum vom Kongress
Mein Traum, den ich mit Feminess lebe, ist es, Frauen dabei zu unterstützen, auf ihre eigene Art und als Frauen erfolgreich zu sein. Dieses Thema betrifft viele Frauen, und es war mein Ziel, auch möglichst viele Frauen zu erreichen. Aus einer Prosecco-Laune heraus war die Idee zum ersten Feminess-Kongress geboren: Ein Kongress für Frauen ausschließlich mit Frauen. Nur Referentinnen. Das gab es bisher nirgends.

Als Frau der Tat machte ich mich sofort ans Werk, darüber nachdenken konnte ich auch währenddessen. Von der Geburt der Idee Anfang August 2013 bis zum ausgearbeiteten Konzept vergingen nur wenige Wochen, und bereits einen weiteren Monat später, nämlich Ende September, fand schließlich der erste Feminess Kongress im Ramada Hotel Bad Soden statt. 450 Teilnehmerinnen hatten sich angemeldet, das war enorm! Ebenso enorm war allerdings die Vorleistung, mit der ich das Ganze auf die Beine gestellt hatte. Sowohl finanziell als auch zeittechnisch hatte ich wahnsinnig viel in die Erfüllung dieses Traumes investiert – das Risiko war, gelinde gesagt, abenteuerlich gewesen. Doch da saßen sie, die 450 Frauen, und zeigten sich nicht nur begeistert von der Idee an sich, hier eine Plattform zur Kommunikation und Motivation vorzufinden, sondern auch von der Umsetzung. Noch heute kann ich kaum in Worte fassen, was für ein Glücksgefühl das in mir auslöste, auf der Bühne stehen und in so viele interessierte Gesichter blicken zu dürfen.

Jetzt erst recht
Im Nachhinein kann ich mich kaum mehr daran erinnern, was genau auf diesem ersten Kongress alles passierte. Ich war so gefangen und, ja, natürlich auch angespannt, dass ich mich zum größten Teil darauf konzentrierte, den Ablauf korrekt über die Bühne zu bringen. Emotional gesehen war ich überwältigt und aufgekratzt zugleich, weshalb ich den Schwung nutzte, um sofort weitere Kongresse auf den Weg zu bringen. Das war es, was ich wollte! Hier konnte ich in kürzester Zeit so viel bewegen, denn die Rückmeldungen im Nachhinein waren durchweg positiv. Einige Frauen erzählten, dass die Vorträge und Denkanstöße sie dazu gebracht hatten, ihren aktuellen Stand komplett zu überdenken und sie erst dadurch den Mut gefunden hatten, an diesem Stand etwas zu ändern. Für jedes einzelne dieser Ergebnisse hatte sich all die Mühe gelohnt.

Abgesehen davon brauchte ich dringend einen Kontrastpunkt zur Schreibtisch-Arbeit, die mich doch sehr von der Außenwelt abschottete. Und dieser persönliche Kontakt mit den Frauen, der trotz der schieren Masse immer zustande kam, baute mich zusätzlich auf. Das wollte und konnte ich nicht aufgeben.

Schwere Zeiten gemeinsam bewerkstelligen
Doch dieser erste Kongress sollte bei Weitem nicht meine intensivste Erfahrung darstellen. Für den April 2016 organisierten wir die nunmehr fünfte Auflage, obwohl ich im Jahr zuvor eine wirklich schwierige Zeit hatte durchmachen müssen. Ich hatte eine Trennung hinter mir, zu deren Auswirkungen auch zählte, dass ich mich erneut von meinem Ich weit entfernte. Mir fehlte die Energie, mich auf den Beruf zu konzentrieren, mich weiter stetig anzufeuern, und es kostete mich viel Mühe, aus diesem Tief wieder herauszukommen.

Der Kongress in München war dann die letzte Phase dieses langwierigen, teils schmerzhaften Prozesses, und der krönende Abschluss. Ich hatte durch diese schwere Zeit noch besser erkannt, dass ich nun einmal bin, wie ich bin, und niemand etwas daran ändern sollte. Dass es gut ist, zu sagen, was ich fühle, ohne Rücksicht auf eventuelle Reaktionen zu nehmen. Wieso sollte ich mich verstellen?

Als ich dann vor erneut mehreren Hundert Frauen stand und mit ihnen meine Erfahrungen teilte, glich das einer äußerst heilsamen Selbstbehandlung. Wir alle wurden so emotional, dass wir uns lange Zeit einfach nur heulend in den Armen lagen, und das wiederum bewies mir, dass ich alles richtig gemacht hatte.

Am Ziel bin ich trotzdem noch nicht. Wer einmal solch intensive Momente erleben durfte, verlangt nach mehr. Der nächste Schritt ist also, die Feminess Kongresse flächendeckender anzubieten. Und neue Augenblicke zu sammeln.

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